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Qualitätsstufen

Eine Weinflasche mit Crémant-Bezeichnung

  

 

Was bedeutet eigentlich „Qualitätswein“ – und ist ein Wein mit einer höheren Qualitätsstufe automatisch besser? Bei deutschen Weinen gibt es verschiedene Systeme, nach denen ein Wein klassifiziert werden kann. Dabei ist insbesondere zwischen der gesetzlichen Qualitätseinstufung und dem Klassifikationssystem des VDP zu unterscheiden.


Die gesetzlichen Qualitätsstufen (2025)

Die gesetzliche Einstufung orientiert sich insbesondere am Mostgewicht der Trauben, also am natürlichen Zuckergehalt des Traubenmostes. Als Maß dafür wird in Deutschland der sogenannte Grad Oechsle (°Oe) verwendet. Grundsätzlich gilt: Je höher das Mostgewicht bei der Ernte, desto höher kann die entsprechende Qualitätsstufe ausfallen.


Deutscher Wein

Die unterste Kategorie bilden Weine ohne geschützte Herkunftsbezeichnung. Früher wurde hierfür unter anderem die Bezeichnung „Tafelwein“ verwendet.


Landwein

Landwein stellt eine etwas höhere Stufe dar. Die verwendeten Trauben müssen nicht vollständig aus einer einzelnen Region stammen. Im Vergleich zu Qualitätswein gelten hier weniger strenge Vorgaben.


Qualitätswein bestimmter Anbaugebiete (QbA)

Bei einem Qualitätswein müssen die verwendeten Trauben vollständig aus einem bestimmten deutschen Anbaugebiet stammen. Zudem gelten strengere Anforderungen an die zugelassenen Rebsorten und die Herstellung.


Prädikatswein

Die höchste gesetzliche Qualitätsstufe bilden die Prädikatsweine. Entscheidend für die Einteilung ist insbesondere das bei der Ernte erreichte Mostgewicht. Die Prädikate werden in aufsteigender Reihenfolge eingeteilt:


Kabinett 

→ Spätlese 

→ Auslese

→ Beerenauslese 

→ Trockenbeerenauslese 

→ Eiswein.


Mit zunehmendem Prädikat steigen grundsätzlich die Anforderungen an das Mostgewicht. Höhere Mostgewichte bedeuten einen höheren natürlichen Zuckeranteil der Trauben. Deshalb findet man die höheren Prädikate besonders häufig bei lieblichen bis edelsüßen Weinen. Ein trockener Kabinett ist beispielsweise durchaus üblich, während eine trockene Auslese bereits seltener anzutreffen ist. Ab der Beerenauslese handelt es sich grundsätzlich um süße bis edelsüße Weine.


Besonderheit Eiswein: Für Eiswein bleiben die Trauben bis zum Winter am Rebstock und werden erst bei Frost geerntet und gefroren gepresst. Dadurch entsteht ein besonders konzentrierter Most mit einem hohen Zuckergehalt.


Das VDP-System

Neben der gesetzlichen Klassifikation existiert das Qualitätssystem des Verbandes Deutscher Prädikatsweingüter (VDP). Hier steht nicht in erster Linie das Mostgewicht im Mittelpunkt. Entscheidend sind vielmehr die Herkunft und die Qualität der Weinlage, die Gebietstypizität der Rebsorte sowie die Art der Bewirtschaftung und Herstellung. Ab der Stufe „Erste Lage“ gehört auch die Handlese zu den Anforderungen. Die VDP-Klassifikation lautet aufsteigend:


VDP.Gutswein 

→ VDP.Ortswein 

→ VDP.Erste Lage 

→ VDP.Große Lage.


Zwei unterschiedliche Ansätze

Der wichtigste Unterschied lässt sich vereinfacht so zusammenfassen:

Gesetzliche Qualitätsstufen: Bewertung des Ernteguts und insbesondere des Mostgewichts.

VDP-Klassifikation: Bewertung der Herkunft, Lage und Weinbereitung.


Beide Systeme können gleichzeitig auf einen Wein zutreffen. Ein Wein kann beispielsweise sowohl ein gesetzlicher Prädikatswein als auch ein Wein aus einer VDP.Großen Lage sein. Die beiden Klassifikationen widersprechen sich daher nicht, sondern betrachten unterschiedliche Aspekte der Weinqualität.


Wichtig: Eine höhere gesetzliche Qualitätsstufe bedeutet nicht automatisch, dass der Wein geschmacklich besser ist. Sie beschreibt vor allem die Voraussetzungen und Eigenschaften des Ausgangsmaterials bei der Ernte. Die tatsächliche Qualität eines fertigen Weines hängt von zahlreichen weiteren Faktoren ab – unter anderem von Rebsorte, Lage, Jahrgang, Ertrag, Weinbereitung und dem handwerklichen Können des Winzers.

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