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Schaumweine

Ein Tisch mit mehreren Sektgläsern, eines Davon wird gerade befüllt.

   

   


Wie so viele andere Bereiche in Deutschland hat die übliche Normierungs- und Kennzeichnungswut auch vor dem Sekt nicht halt gemacht. Insgesamt werden Schaumweine in Deutschland in 5 Kategorien aufgeteilt, die ich dir hier einmal kurz erläutern möchte:


1) Secco/Perlwein

Die geringste Qualitätsstufe für Kohlensäurehaltige Weinprodukte ist die des Secco -auch Perlwein genannt. Hier darf die Kohlensäure anders als bei dem Sekt zugesetzt werden, also nicht durch einen Gärprozess natürlich entstehen. 


2) Sekt

Anders als bei dem Perlwein muss bei einem Sekt die Kohlensäure durch einen Gärprozess entstanden sein. Die Bezeichnung „Sekt“ meint hierbei in der Regel Produkte, die mit der Tankgärung (Fassungsvermögen ab mehreren hundert Litern) hergestellt wurden. Um den Preis für das Endprodukt zu drücken, werden hier unter Verzicht auf Angaben zur Traubenherkunft auf dem Etikett häufig Billige Trauben aus Frankreich oder Italien zugezogen.


3) Deutscher Sekt

Der Unterschied zwischen „Sekt“ und „Deutschem Sekt“ ist relativ schnell erklärt. Von der Qualität her gelten dieselben Bestimmungen wie beim Sekt, jedoch muss bei einem „Deutschen Sekt“ der gesamte Traubenbestand aus Deutschland stammen.


4) Deutscher Sekt b.A. (bestimmter Anbaugebiete)

Wie bei dem „Deutschen Sekt“ hat der Unterschied in der Klassifizierung des Sektes etwas mit der Herkunft der Trauben zu tun. Der Deutsche Sekt b.A. bezeichnet hierbei ein Produkt, dessen Trauben ausschließlich aus einem der 13 Weinbaugebiete in Deutschland (bspw. Pfalz, Mosel, Rheinhessen) stammt. Qualitative Vorschriften bezüglich der Herstellung gibt es hierbei jedoch nicht, sodass fast jeder Sekt, der an einem Weingut hergestellt wird automatisch ein „Deutsche Sekt b.A.“ ist.


5) Winzersekt

Der Winzersekt ist die deutsche Königsklasse unter den Schaumweinen. Hier ist nämlich zwingend die deutlich aufwändigere Flaschengärung vorgeschrieben- gerüttelt (Konsolidierung zur Entfernung des Hefepropfens aus der Flasche) werden darf der Sekt hierbei sowohl per Hand mit dem Rüttelpult oder per Maschine. Preislich liegt der Winzersekt in der Regel bei 10-20€ die Flasche. Außerdem gibt der Gesetzgeber eine Mindestgärdauer vor, typischerweise besteht in einer Sektflasche ein Flaschendruck von 5 bar und mehr. Von den Ansprüchen an die Herstellung ist ein Winzersekt in diesem Sinne übrigens ein Champagner- nur eben aus Deutschland und nicht aus Frankreich.


Meine persönliche Erfahrung mit deutschen Schaumweinen ist ehrlicherweise die, dass ein guter Deutscher Winzersekt schon relativ nah an sein Pendant aus der Champagne kommt. Ich würde insofern jederzeit 2 Flaschen deutschen Winzersekt aus dem mittleren Preissegment (15-20€ pro Flasche) einer Flasche Champagner für 50€ vorziehen.

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