Weinlagerung

Die Lagerung von Wein ist recht einfach erklärt. Hier ist in erster Linie die Frage, wozu der Wein gelagert werden soll. Soll der Wein einfach ein halbes bis ein, vielleicht zwei Jahre überleben um insgesamt recht zeitnah getrunken zu werden, benötigt es lediglich einen ruhigen Raum und eine Temperatur von 9- höchstens 22 Grad. Einen ruhigen Raum meint hierbei, dass es nicht wie beispielsweise bei einer Garage zu Erschütterungen kommen darf, da das dem Wein nicht guttut.
Wichtig ist in jedem Fall, dass der Wein frei von natürlichem Sonnenlicht gelagert wird, da dies insbesondere bei Weißweinen, die in weißen Flaschen abgefüllt sind, den Zucker angreift und den Wein somit versauern lässt.
Für eine mittelfristige Lagerung von bis zu 5 Jahren empfehle ich Temperaturen von 9-14 Grad bei Weißwein und 9-18 Grad bei Rotwein. Für eine langfristige Lagerung und die damit verbundene Reifung des Weines empfehle ich 9-11 Grad für Weißwein und 11-15 Grad für Rotwein.
Über das gesamte Jahr kann problemlos die volle Temperaturspanne ausgeschöpft werden, solange diese Temperaturschwankungen nicht zu plötzlich eintreten. Von April bis Juni kann die Temperatur im Lagerungsraum also problemlos um 4-5 Grad ansteigen, nur sollte dies eine konstante Entwicklung sein und nicht beispielsweise an einem sonnigen Tag die Temperatur um 6 Grad steigen, nur um an einem beispielsweise verregneten Folgetag wieder um 5 Grad zu sinken.
Soll der Wein zur Reifung eingelagert werden, ist der Verschluss der Flasche absolut entscheidend. Weine, die mit Schraubverschlüssen verschlossen sind, können allenfalls durch die Bildung von Weinstein ihren spürbaren Säuregehalt etwas mindern, eine Reifung im Sinne einer Veränderung des Geschmacks des Weines ist bei einem Schraubverschluss aber grundsätzlich nicht möglich, da diese restlos luftdicht sind. Deswegen zischen diese Weine auch ab und zu beim Öffnen, während bei einem Korken lediglich das Herausziehen des Korkens einen Plopp verursacht. Ein Granulatkorken ist zwar schon besser, durch den Kleber im Korken ist der Reifungsprozess bei diesen Weinen aber lange nicht so stark merklich wie bei einem Wein, der mit einem Naturkorken verschlossen ist. Das Problem bei den Weinen mit Naturkorken ist nur folgendes: Dadurch das fast die gesamte Produktion von Naturkorken aus Portugal kommt und der weltweite bedarf stetig am Steigen ist, sind diese Weine nur durch den Korken alleine 2-4€ die Flasche teurer. Dieser Preis ist mittlerweile so hoch, dass viele Winzer in Deutschland ihre Weine gar nicht mehr mit Naturkorken abfüllen.
Ein wichtiger Hinweis sei mir an dieser Stelle noch kurz gestattet: Bitte lagere deinen Wein niemals im Kühlschrank! Eine geöffnete Flasche Wein kann durch die niedrige Temperatur im Kühlschrank qua Konservierung noch einmal für 2-3 Tage genießbar bleiben, ein verschlossener Wein aber sollte unter keinen Umständen unter 9 Grad Celsius gelagert werden, da das den Wein kaputtmacht und die Zucker- sowie Aromenstruktur unter diesen Bedingungen enorm leidet. Wenn der Wein zu sommerlichen Zeiten kurz vor dem Konsum gekühlt werden soll, ist es tatsächlich für den Wein besser, wenn er einfach ein paar Minuten in einer Eisschale liegt, da er dann besser mit der Kälte umgehen kann.
Was tun, wenn der Korken bricht? Ein Naturkorken von durchschnittlicher Qualität bleibt in aller Regel, gegeben der Wein wurde korrekt gelagert, für 15-20 Jahre intakt. Bei den meisten Weinen ist nach einer solchen Dauer auch der Zenit des Reifungsprozesses erreicht und mit der Zeit tendiert der Wein eher dazu, zu kippen. Sollte bei dem Entfernen des Korkens ein Bruch zustande kommen, kann der Wein bedenkenlos durch ein Teesieb filtriert und dennoch bedenkenlos genossen werden. Für einen solchen Fall empfiehlt es sich, einen Flaschenstopfen parat zu haben.
