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Medaillen, Siegel, Zertifikate – was sie über einen Wein sagen und was nicht

7. Okt.
2 Min. Lesezeit

Goldmedaille auf der Flasche, Siegel auf dem Etikett – beides wirkt wie ein Qualitätsversprechen. Vor allem ist es aber eines: ein Versprechen, das jemand bezahlt hat.


Prämierungen kosten pro Wein. Bei den meisten Wettbewerben meldet der Winzer seine Weine selbst an und zahlt eine Gebühr je Wein. Beim Deutschen PIWI-Weinpreis der DLG sind das zum Beispiel 95 Euro netto pro Wein. Wer fünf Weine einreicht, zahlt knapp 500 Euro, bevor ein einziger Punkt vergeben ist. Für einen Familienbetrieb mit wenigen Hektar ist das eine echte Hürde. Eine Medaille sagt deshalb nur: Dieser Wein hat bei diesem Wettbewerb gut abgeschnitten – unter den Weinen, die jemand angemeldet hat. Ein Wein ohne Medaille ist in erster Linie einfach einer, den niemand angemeldet hat.


Zertifizierungen kosten jedes Jahr. Ein Bio-Betrieb wird mindestens einmal jährlich kontrolliert und trägt diese Kosten selbst. Bei einer großen deutschen Kontrollstelle kostet die Betriebskontrolle laut aktueller Preisliste 83 Euro pro Stunde (Mindestdauer zwei Stunden, in Nordrhein-Westfalen mit Zuschlag), dazu kommen das Zertifikat und Anfahrtspauschalen. Hinzu kommt der Dokumentationsaufwand: Jede Anbaumaßnahme und jeder Zukauf muss nachvollziehbar sein. Das ist nicht automatisch schlecht, es ist ein belastbarer Mindeststandard. Aber auch das sind Aufwand und Geld, die ein Kleinbetrieb erst einmal haben muss.



Die Kehrseite: Ein Winzer, der sorgfältig und schonend arbeitet, darf sich ohne Zertifikat nicht “Bio” nennen. Für einige Käufer fällt er damit durchs Raster, obwohl er vielleicht mehr tut als mancher zertifizierte Betrieb. Umgekehrt ist ein Siegel kein Freifahrtschein für Geschmack.


Was wir stattdessen tun: Wir verlassen uns nicht auf Siegel, sondern auf das Gespräch und lernen Winzer sowie Betrieb persöhnlich kennen. Alle Weine bei uns stammen aus Familienbetrieben mit höchstens 15 Hektar Rebfläche. Wir kennen die Winzer persönlich - und wissen aus eigener Erfahrung, das der Wein am Ende schmecken muss statt nur gut auszusehen oder gut zu klingen.


 
 
 

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