Aufklärung

Du befindest dich auf deiner Reise durch die Weingeschichte in der vierten Epoche - in der Aufklärung bei Champagner und Glasflaschen. Hier im Kurzmenü kannst Du dich auf deiner Reise durch die verschiedenen Epochen navigieren:
bis zum 5./6. Jahrhundert - Antikes Rom und Griechenland
15. bis 17. Jahrhundert - Entdeckungen und Iberien
18. Jahrhundert - Aufklärung, Glasflasche und Sekt
19. Jahrhundert - Die Reblauskrise
20. Jahrhundert - Edelstahltanks und die Qualitätsrevolution
Die Moderne - Klimawandel und Kulturschwund
Erst im 18. Jahrhundert entstanden die technischen Voraussetzungen für Schaumwein, wie wir ihn heute kennen: stabilere, dickwandigere Glasflaschen (zuvor explodierten viele Flaschen beim CO₂-Druck der zweiten Gärung) und ein zuverlässiger Korkverschluss, der den Druck überhaupt erst halten konnte.
Vorher war aufsteigende Kohlensäure im Wein meist ein ungewollter "Fehler" aus einer zu früh in Flaschen gefüllten, noch nicht ausgegorenen Maische – kein gezielt hergestelltes Produkt. Erst die Kombination aus besserer Glastechnik, Korken und systematischem Verständnis der zweiten Gärung machte aus diesem "Fehler" ein eigenständiges, hochwertiges Produkt.
Auch die Dokumentation von Rebsorten nahm in dieser Epoche zu: Der Riesling etwa wird zwar bereits 1435 erstmals urkundlich erwähnt, doch erst im 18. Jahrhundert beginnt eine systematischere Erfassung und gezielte Anpflanzung einzelner Sorten in bestimmten Lagen, statt wie zuvor meist bunt gemischte Rebbestände (Gemischter Satz) zu bewirtschaften.
Vergleich zu heute: Was damals eine technische Revolution war (druckfeste Flaschen + Korken), ist heute Standard – moderne Sektkellereien steuern den Druck und die Hefeklärung (Dégorgement) inzwischen hochpräzise statt dem Zufall zu überlassen.
