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Reblauskrise

Freigelegte Rebwurzeln, die von der Reblaus befallen werden können

Du befindest dich auf deiner Reise durch die Weingeschichte in der fünften Epoche - mitten in der Reblauskrise! Hier im Kurzmenü kannst Du dich auf deiner Reise durch die verschiedenen Epochen navigieren:

 

 

Die wohl größte Katastrophe der europäischen Weingeschichte begann in den 1860er-Jahren: Die Reblaus (Phylloxera), eine aus Nordamerika eingeschleppte Wurzellaus, befiel europäische Weinberge und vernichtete binnen weniger Jahrzehnte einen Großteil der Rebflächen Frankreichs, Deutschlands und weiterer Länder – europäische Reben hatten gegen diesen Schädling keine natürliche Abwehr. Ganze Regionen standen vor dem wirtschaftlichen Ruin, viele traditionelle, heute vergessene Rebsorten gingen dabei unwiederbringlich verloren.


Die Rettung kam ausgerechnet aus Amerika: Amerikanische Wildreben waren gegen die Reblaus resistent. Die Lösung war die Veredelung – europäische Edelreiser (die eigentliche Fruchtsorte) wurden auf amerikanische, resistente Unterlagsreben aufgepfropft. Diese Technik rettete den europäischen Weinbau, veränderte ihn aber dauerhaft: Praktisch jeder Rebstock, der heute in Europa wächst, besteht aus zwei "verschmolzenen" Pflanzen – der Wurzel einer amerikanischen Art und dem oberirdischen Trieb der eigentlichen Sorte.


Vergleich zu heute: Die veredelte Rebe von damals ist bis heute der absolute Standard – nur wenige, sehr sandige oder isolierte Lagen weltweit (z. B. manche chilenischen Weinberge) bauen noch wurzelecht, also ohne Veredelung, an.

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